Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten: So geht’s wirklich

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Vorab: Wer die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten möchte, sollte einige grundlegende Kenntnisse der Elektrik mitbringen. Dann aber gilt: Das Umrüsten ist mit den richtigen Produkten ganz einfach.

Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten: Zuerst die richtige Produktauswahl treffen

Wer die alte Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten möchte, muss neben den nötigen Fachkenntnissen auch die richtigen Produkte auswählen. Die Fachkenntnisse sind wichtig, denn immerhin wird mit Strom gearbeitet. Ein Stromschlag kann zum Tode führen! Werden aber die nötigen Vorsichtsmaßnahmen beachtet, muss keine Elektrikerausbildung zum Umrüsten der Leuchtstoffröhre auf LED vorliegen.

Die passenden Produkte gibt es im Leuchtmittelmarkt, der mit einer großen Auswahl an LED Leuchtstoffröhren aufwartet. Wichtig: Die LED-Röhre muss allen technischen Anforderungen genügen, daher sollte nicht zuerst der Preis am wichtigsten sein, sondern die zugrunde liegende Einhaltung aller technischen Vorgaben und Qualitätsvorschriften. Natürlich lässt es sich auch mit hochwertigen Produkten sparen, ein Vergleich der Angebote ist daher durchaus empfehlenswert.

Die folgenden Punkte sind bei der Auswahl der LED-Röhre wichtig:

  • Gehäuse bestenfalls aus Aluminium
  • Lebensdauer von mindestens 30.000 Stunden
  • kurze Startphase von weniger als einer Sekunde
  • Sockel drehbar (zur Einstellung der LED-Röhre)
  • passende Spannungsversorgung zwischen 100 und 240 Volt
  • kein Flackern
  • harmonische Verteilung des Lichts durch opale Abdeckung
  • Helligkeit von bis zu 70 Prozent der nominalen Lichtstärke am Ende der Lebensdauer garantiert
  • Sicherheitsabschaltung vorhanden
  • europäischen Hersteller wegen Qualitätssicherung und Einhaltung rechtlicher Vorgaben wählen

Anhand dieser Punkte ist es möglich, Billigprodukte von Qualitätsprodukten zu unterscheiden. Wer möglichst viel sparen möchte, gewichtet diese Punkte, wobei der drehbare Sockel einer der wichtigsten Aspekte ist. Immerhin muss die Röhre so gedreht werden, dass der Lichtschein genau nach unten fallen kann. Unter den Produkten, die in die engere Auswahl kommen und eine ähnliche Qualität aufweisen, ist der Vergleich anhand des Preises ratsam.

Viele Heimwerker haben Sicherheitsbedenken, wenn sie die Leuchtstoffröhre auf LED umrüsten. Bei entsprechender Vorsicht sind diese aber unbegründet, den die LED-Röhren sind normalerweise berührungssicher. Die Stromzufuhr ist nur einseitig möglich, sodass ein Stromschlag unwahrscheinlich sein dürfte. Die nötigen Sicherheitsmaßnahmen wie die Unterbrechung der Stromzufuhr sind dennoch ratsam.

Video Leuchtstoffröhre umrüsten auf LED Tube – Bauart Starter überbrücken

Leuchtstoffröhren auf LEDs umrüsten: Zwei Arten von Fassungen möglich

Grundsätzlich werden zwei Arten von Fassungen unterschieden: Zum einen die Fassung mit Starter und konventionellem Vorschaltgerät, zum anderen die Fassung ohne Starter und mit elektronischem Vorschaltgerät. Für die Fassung mit Startermodul und konventionellem Vorschaltgerät kann jede LED Röhre verwendet werden, die längenmäßig passt und eine aktive Seite hat. Meist werden diese Röhren in 60, 90, 120 oder 150 cm angeboten. Wichtig: Vor dem Einsetzen der LED-Röhre in die Fassung muss der Hauptschalter herausgenommen werden (Sicherung), danach wird der Neonröhrenstarter durch den LED-Starter ersetzt. Letzterer ist kein aktives Bauteil und fungiert lediglich als Strombrücke.
Wird bei der Umrüstung eine Fassung ohne Starter verwendet, müssen spezielle Röhren (EVG LED) verwendet werden.

Worauf ist beim Umrüsten der Leuchtstoffröhre auf LED zu achten?

Viele Heimwerker schrecken vor dem Umrüsten der Leuchtstoffröhren auf LED zurück, weil sie meinen, dies sei Sache eines Fachmannes. Doch gerade beim bisherigen Betrieb mit einem konventionellen oder verlustarmen Vorschaltgerät ist die Umrüstung sehr einfach. Dann wird die Leuchtstoffröhre mit Starter durch die LED-Röhre und den Ersatzstarter getauscht. Mehr ist nicht zu tun. Alternativ wird das bisherige Vorschaltgerät ausgebaut oder überbrückt, die Röhre wird direkt an 230 Volt angeschlossen. Das Vorschaltgerät ist damit außer Betrieb gesetzt und verbraucht keinen Strom mehr. Dieser Eingriff in die Leuchte ist hingegen von einem Fachmann durchzuführen. Vorsicht: EVG LED Röhren können nicht direkt an 230 Volt angeschlossen werden!

Ebenfalls beachtet werden sollte bei der Umrüstung auf LED, dass eine Tandemschaltung vorliegen kann. Das ist der Fall, wenn zwei oder vier Leuchtstoffröhren angeschlossen sind, wie es bei manchen Deckenrasterleuchten zu sehen ist. Hier werden zwei Röhren an einem Vorschaltgerät betrieben, was daran erkennbar ist, dass es zwei Starter, aber nur ein Vorschaltgerät gibt. LED-Röhren sind nicht für die Tandemschaltung geeignet und können nicht in Reihe angeschlossen werden. Bei einem bisherigen Betrieb mit Tandemschaltung muss die Leuchte neu verkabelt werden. Jede Röhre wird dann einzeln an 230 Volt angeschlossen. Nur wenige LED-Röhren auf dem Markt sind mit der Tandemschaltung kompatibel. Wichtig zu wissen: Bei einem Eingriff in die Leuchte oder bei einem neuen Anschluss erlischt die Herstellergarantie ebenso wie vorliegende Zulassungen für die Leuchte. Die neu eingebrachte Röhre aber beinhaltet alle nötigen elektronischen Komponenten, die wiederum überprüft und zertifiziert worden sind. Ein Sicherheitsrisiko besteht damit nicht, wenn das Umrüsten auf LED fachmännisch durchgeführt wird.

Ein Tipp zum Erkennen, ob ein elektronisches oder ein konventionelles Vorschaltgerät vorliegt: Neben dem Vorhandensein eines Starters, der für das konventionelle oder verlustarme Vorschaltgerät spricht, ist ein weiterer Hinweis die Startzeit der Röhre. Ein konventionelles Vorschaltgerät liegt vor, wenn die Leuchtstoffröhre nach dem Anschalten kurz flackert. Das heißt, die Leuchte geht kurzzeitig an, aus und wieder an. Beim Angehen des Lichts ohne Flackern hingegen ist ein elektronisches Vorschaltgerät vorhanden.

Tipp: Das Umrüsten von der Leuchtstoffröhre auf LED ist auch wieder umkehrbar. Dafür werden alle Schritte einfach umgedreht vorgenommen. Das heißt, dass entweder der Ersatzstarter und die LED-Röhre gegen einen normalen Starter und die Leuchtstoffröhre getauscht werden müssen. Oder das Vorschaltgerät muss wieder auf die gleiche Weise installiert werden, wie es vorher eingebaut gewesen war.

Video Leuchtstoffröhre umrüsten auf LED Tube – Bauart EVG entfernen

Ist ein Umrüsten der Leuchtstoffröhren immer möglich?

In der Regel ist das Umrüsten einer Leuchtstoffröhre auf LED immer möglich, so zum Beispiel als gewünschte indirekte Beleuchtung in einem Wohnraum oder als Deckenlicht im Keller oder auf dem Dachboden. Die gewählte Helligkeit der LED sollte immer der entsprechen, die vorher auch vorhanden war.

Nur in speziellen Fällen kann das Umrüsten der Leuchtstoffröhre auf LED Probleme bereiten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn LED-Röhren in einer sehr hohen Halle angebracht werden sollen. Diese kann eine Deckenhöhe von bis zu fünf Metern oder sogar mehr aufweisen. In dem Fall gibt es häufig Probleme mit dem Abstrahlwinkel. Dieser beträgt bei einer Leuchtstoffröhre 360° und ist in der Praxis als durchaus sinnvoll einzustufen. Eine LED hat jedoch einen kleineren Abstrahlwinkel, der nur bei 120° liegt. Bei einer Halle würde nicht der gesamte Raum erleuchtet werden. Ein ähnliches Problem ergibt sich bei hinterleuchteten Reklametafeln. Eine Leuchtstoffröhre sorgt hier für die nötige Gleichmäßigkeit der Beleuchtung, das heißt, dass die gesamte Werbetafel in jedem Bereich beleuchtet wird. Mit LED und dem geringeren Abstrahlwinkel jedoch ist dies nicht möglich, hierbei würden einige Bereiche zu wenig Licht bekommen und dunkler bleiben.

Ebenfalls interessant in Bezug auf das Licht, das durch LEDs erzeugt wird: Die Lumenwerte von Leuchtstoffröhren sind um einiges höher als bei LEDs. Der Grund liegt darum, dass der genannte Abstrahlwinkel so groß ist und das Licht rundherum ausgestrahlt werden kann. Bei LED-Röhren ist das Licht gebündelt und selbst mithilfe eines Reflektors kann es nicht gänzlich auf einen gewünschten Punkt geworfen werden. Die Luxwerte aber können damit bei beiden Varianten gleich hoch sein.

Die Lichtfarbe beim Umrüsten auf LED beachten

Beim Umrüsten von einer Leuchtstoffröhre auf LED sollte auch die Lichtfarbe berücksichtigt werden, welche in Kelvin angegeben wird. Ein hoher Kelvin-Wert steht für ein eher kühles Licht. Meist ist dieser Wert für Leuchtstoffröhren mit einer dreistelligen Zahl angegeben, wobei die erste Ziffer für den Index der Farbwiedergabe steht, die beiden letzten Ziffern sind für die Lichtfarbe maßgeblich. Eine warm-weiße Lichtfarbe beträgt ca. 3000 Kelvin und ist vor allem für Wohnräume empfehlenswert. Soll es hingegen neutral-weiß sein, wie es in vielen Büros üblich ist, ist eine Kelvinzahl von 4000 die richtige Wahl. 6000 Kelvin werden als tageslichtähnlich angegeben und sind für überall dort geeignet, wo die Helligkeit so hoch wie möglich ausfallen sollte.

Video: Helligkeit und Lichtfarbe

Das Video erklärt, welchen Einfluss die Farbtemperatur oder Lichtfarbe ( Kelvin ) auf die Stimmung hat, wie die Farbtemperaturen einer LED von warmweiß über gemütlich bis hin zu blauem Licht ( kaltweiß ) wirken.

Vorteile der LED-Leuchtstoffröhren

Nicht nur, dass LED-Röhren um einiges weniger Strom verbrauchen als Leuchtstoffröhren, so bringen sie noch viele weitere Vorteile mit. Sie bringen zum Beispiel direkt bis zu 100 Prozent Helligkeit und das in weniger als einer Sekunde nach dem Einschalten. Dies ist vor allem dort praktisch, wo sich ein Durchgangsraum befindet. Wer auf das Licht warten muss oder bereits am Ende des Raumes angekommen ist, ehe die Leuchten angehen, wird schnell frustriert sein. Außerdem flackern LEDs nicht, sie summen nicht. Der flackerfreie Betrieb ist für die Augen angenehm und führt dazu, dass weniger mit Ermüdungserscheinungen zu rechnen ist. Für Büro, Werkstatt oder Hobbykeller sind LEDs daher sehr gut geeignet. LEDs weisen kaum Nachteile auf und zeichnen sich durch die folgenden Eigenschaften besonders aus:

  • nach dem Einschalten sofortige Helligkeit
  • kein Flackern, kein Brummen
  • kein Flimmern, weniger Ermüdung der Augen
  • sehr viele Schaltzyklen
  • keine UV-Strahlung
  • längere Lebensdauer
  • geringe Wartungskosten
  • hohe Umweltverträglichkeit

Nachteilig ist lediglich der etwas höhere Anschaffungspreis einer LED gegenüber der Leuchtstoffröhre. Doch auch dieser Nachteil relativiert sich wieder, da LEDs eine deutlich höhere Lebensdauer haben und somit weitaus seltener nachgekauft werden müssen.

Die Stromersparnis ist ein Vorteil, der stark hervorzuheben ist, beträgt er bei LEDs doch zwischen 50 und 70 Prozent im Vergleich zu Leuchtstoffröhren. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass auch das Vorschaltgerät Strom verbraucht. Dieses wiederum ist bei einer LED-Röhre nicht mehr nötig, der Stromverbrauch wird somit noch einmal reduziert. Die genaue Ersparnis lässt sich dabei aber nicht genau benennen, denn sie ist abhängig von der Art des Vorschaltgeräts. Pro Gerät liegt der geringere Stromverbrauch bei fünf bis zwanzig Watt.

Anhand dieser Vorteile ist erklärbar, warum das Umrüsten von einer Leuchtstoffröhre auf LED immer stärker nachgefragt wird. Zudem ist es, wie bereits erwähnt wurde, auch einem Laien möglich, die Umrüstung vorzunehmen, sodass kein großer Eingriff in die Elektrik eines Gebäudes nötig ist. Dennoch sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei der Umrüstung um den Umgang mit Strom handelt und entsprechende Vorsicht walten gelassen werden muss. Ein Stromschlag kann tödlich enden, daher sollte die Leuchte beim Austausch unbedingt von der Stromzufuhr getrennt werden.


Bildnachweis: © shutterstock – Titelbild Naparat

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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