Terrassenmöbel: Bauanleitung für eine Gartenbank

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Sei es nach dem Umzug in ein neues Heim oder weil man die alten einfach irgendwann nicht mehr sehen kann. Irgendwann sagt man sich: Neue Terrassenmöbel müssen her.

Nun könnte man in den Baumarkt gehen und sich dort für kleines oder großes Geld mit den entsprechenden Terrassenmöbeln eindecken. Nachteilig ist, dass man dort für kleines Geld den guten alten Plasik-Look bekommt oder für schicke Gartenmöbel schon mal einen mittleren dreistelligen Betrag ausgeben muss. Wer sich nicht für eine der beiden Varianten entscheiden kann, kommt schnell auf die Idee, sich die Terrassenmöbel selbst zu bauen.

Selbst bauen ist kostengünstig und man muss kein großartiger Heimwerker mit einer Garage voller Werkzeuge sein, um vorzeigbare Ergebnisse zu erzielen. Außerdem erhält man auf diese Weise absolute Unikate, die niemand sonst auf der ganzen Welt sein Eigen nennt.

Terrassenmöbel: Eine Gartenbank selbst bauen

Bei der Auswahl des Modells und der Materialien für eine selbst gebaute Gartenbank ist man praktisch durch nichts eingeschränkt. Entweder baut man diese mit Material aus dem Baumarkt komplett neu oder man funktioniert bereits vorhandene Gegenstände entsprechend um.

Eine Gartenbank aus Europaletten

Jeder hat sie schon einmal irgendwo gesehen: Europaletten. Meistens fristen sie unbeachtet in irgendeiner Ecke ihr Dasein und sind optisch nicht wirklich schön. Doch mit etwas Arbeitsaufwand und nur wenigen Euro kann man aus Europaletten eine sehr schöne Gartenbank herstellen.

Als erstes geht es an die Behandlung der Oberfläche. Diese ist bei Europaletten meist ziemlich rau. Hier greift man am besten zu einem Schleifgerät und glättet erst einmal alle sichtbaren Oberflächen. Geschliffen wird so lange, bis das Holz wieder seine natürliche Farbe hat. Die in der Palette eingebrannten Zeichen kann man sichtbar lassen. So ist später immer noch zu erkennen, woraus die Gartenbank hergestellt wurde. Ein witziger Effekt.

Damit man den Schleifer nicht beschädigt, empfiehlt es sich, vorher alle Nägel zu versenken. Dazu nimmt man einen Dorn und einen Hammer zur Hilfe. Ein kurzer Schlag und der Nagel ist etwa drei Millimeter im Holz eingesenkt. Das reicht. Aber darauf achten, dass man wirklich alle Nägel erwischt.

Nach dem Schleifen geht es an den Zuschnitt. Zuvor muss man sich allerdings Gedanken machen, wie die Gartenbank später aussehen soll. So kann man zum Beispiel drei halbierte Europaletten übereinanderstapeln oder auch vier. Je nachdem welche Sitzhöhe man als angenehm empfindet. Hierbei sollte man darauf achten, dass die untere Palette etwas nach hinten gesetzt wird, damit man sich beim Sitzen nicht ständig die Hacken anstößt.

Hat man alles wie gewünscht angeordnet, verschraubt man die Paletten miteinander. Es ist zu empfehlen, an den Verbindungsstellen etwas wasserunlöslichen Holzkleber zu verwenden. So wird das Ganze noch wesentlich stabiler. Wenn man mag, kann man nun noch eine Rückenlehne anbringen.

Eine Idee dafür ist es, sich im Baumarkt zwei Bandeisen zu kaufen und diese auf eine Länge von einem Meter zurechtzuschneiden. Gute Baumärkte bieten dies als Service an, falls nicht greift man zur Flex. Eine senkrechte Rückenlehne ist sehr unbequem, deshalb ist es besser, wenn diese etwas nach hinten geneigt ist. Dazu biegt man die Bandeisen in der Mitte entsprechend. Die Bandeisen werden nun mit Bohrungen versehen, mit denen man diese unten an den Paletten befestigen kann und im oberen Bereich, wo später die Rückenlehnen der Gartenbank angebracht werden.

Für die Rückenlehne der selbst gebauten Gartenbank nimmt man einfach die Bretter von der Oberseite der Paletten. Aus diesen Brettern kann man auch die Armlehnen herstellen, falls man diese wünscht. Diese können aufgrund ihrer Breite auch gleichzeitig als Ablage für ein Buch oder eine Tasse Kaffee dienen.

Wer mag kann in die waagerechten Öffnungen der Europaletten noch kleine Schubfächer einbauen. Anstatt die Europaletten übereinander zu stapeln, kann man zum Beispiel auch stabile Tischbeine auf die entsprechende Länge kürzen und diese als Beine für die Gartenbank umfunktionieren.

Am Ende muss man das Holz vor Verwitterung schützen. Hierbei kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, den der Oberflächenschutz kann die Gartenbank zeitgleich optisch aufwerten. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Wer es mehr edel mag, kann auf einen hochglänzenden Bootslack zurückgreifen. Für die rustikalere Variante beizt man das Holz in dem gewünschten Farbton und versiegelt das Ganze entweder mit einem Klarlack, Öl oder Wachs. Entscheidet man sich für die beiden letztgenannten sollte man bedenken, dass der Oberflächenschutz in jedem Jahr erneuert werden muss, da sonst das Holz der Gartenbank grau wird. Man kann die Gartenbank aber auch in jeder anderen Farbe lackieren, die einem zusagt.

Zum Schluss braucht man noch Polster, um die Gartenbank bequem und gemütlich zu machen. Diese kann man sich entweder selbst anfertigen oder man kauft fertige Aufleger im Baumarkt.

Die Kosten für eine solche selbstgebaute Gartenbank liegen unter 50 Euro und der Arbeitsaufwand beläuft sich auf ein freies Wochenende. Eventuell kann man das Ganze als Familienprojekt durchführen. So bekommt man die Kinder auch mal von der Spielekonsole weg…


Bildnachweis: ©sxc.hu – charliecho

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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