Fußleisten anbringen: Klebetechniken und Methoden kurz vorgestellt

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Die große Herausforderung: Fußleisten anbringen und das auf optisch hohem Niveau. Die Lösung: Kleben statt Nageln! War es früher üblich, Fußbodenleisten mit Nägeln oder Schrauben an der Wand zu befestigen, kommt heute moderner Kleber oder Acryl zum Einsatz. Dabei haben wir auf unseren Streifzügen durch die Baumärkte ein Hilfsmittel gefunden, das die Befestigung von Leisten zum Kinderspiel werden lässt.

Fußleisten anbringen: Viel Geld für nichts

Okay, „für nichts“ stimmt vielleicht nicht ganz, denn die Kleberkartusche sowie der Kleber selbst werden schließlich für das Anbringen der Fußleisten verwendet. Doch wer braucht eine solche Kartusche noch, wenn die Renovierungsarbeiten erledigt sind? Dafür, dass das gute Stück zwischen 10 und 30 Euro kostet und dann nur herumliegt, tut diese Ausgabe weh.

Ähnlich ist es mit dem Kleber. Die meisten Heimwerker gehen eher sparsam mit ihrem Material um und nutzen nur so viel, wie sie auch wirklich brauchen. Was aber passiert mit dem Rest des Klebers? Es gibt keinen vernünftigen Deckel und der Kleber beginnt schnell, auszuhärten. Für weitere Klebearbeiten nach einigen Wochen ist er nicht mehr zu nutzen, weil er entweder schon durchgetrocknet ist oder weil er zumindest so zäh ist, dass er sich nicht mehr aus seiner Verpackung quetschen lässt. Ebenfalls weggeworfenes Geld, auch wenn das Fußleisten Anbringen damit funktioniert hat. Wobei diese Arbeit als Fitnessübung zu verbuchen war, denn viele Kartuschen sind so schwergängig, dass es viel Muskelkraft erfordert, um sie zu bewegen. Fazit: Teuer, unhandliche und kraftaufwendige Anwendung der herkömmlichen Kleber.

Genau das dachten wir uns auch und sind auf die Suche nach Alternativen gegangen. Und wir haben sie gefunden! Bei OBI, Toom und anderen Baumärkten (oder auch in diversen Onlineshops) ist die Kleberkartusche von Fischer zu finden. Dieser Klebstoff ist rundum empfehlenswert, denn er bringt alle positiven Eigenschaften mit, die wir von einem Kleber erwarten:

  • hohe Klebkraft
  • hohe Festigkeit (bis 260 kg/10 cm²)
  • leicht zu bedienende Kartusche
  • keine Weichmacher enthalten
  • ausreichende Elastizität
  • sicher wiederverschließbar
  • geringe Kosten (200 ml für weniger als 10 Euro erhältlich

Life-Hack-Video: Fußleisten anbringen leicht gemacht

Mit dieser Lösung sollten alle Probleme, die mit der Anwendung der konventionellen Kleberkartusche im Zusammenhang stehen, gelöst sein. Zumal dieser Baukleber sogar für alle Oberflächen geeignet ist. Egal, ob Sie die Fußleisten auf Fliesen, Putz oder Tapete anbringen wollen: Damit geht es ganz sicher! Unser Tipp: Ist der Untergrund stark saugend, ist es ratsam, diesen vorzubehandeln. Das heißt, dass Sie hier am besten einen Tiefengrund aufstreichen und trocknen lassen sollten, ehe Sie die Fußleisten anbringen. Das sorgt für eine bessere Klebkraft, auch wenn diese bei unserem Kleberfavoriten dennoch sehr hoch ist.

Noch ein Tipp: Der beste Kleber kann nur etwas verrichten, wenn der Untergrund eben ist. Das heißt, dass Sie vor dem Fußleisten Anbringen darauf achten sollten, dass die Wand gerade ist. Ansonsten wird der Zug auf einzelne Teile der Fußbodenleisten so stark, dass sich der Kleber stark dehnen muss. Ungleichmäßige Fugen wären die Folge sowie natürlich die Unzufriedenheit mit dem Ergebnis.

Welchen Kleber beim Fußleisten Anbringen verwenden?

Wenn Sie Fußleisten anbringen wollen, haben Sie sich aus den verschiedenen Methoden (hoffentlich) für das Kleben entschieden. Keine andere Art der Befestigung ist so einfach und ohne großen Aufwand möglich, dabei nahezu unsichtbar und bombenfest! Für das Anbringen der Sockelleisten stehen diese Klebevarianten zur Verfügung:

Mit Montagekleber Fußleisten anbringen

Montagekleber kennen wohl alle Heimwerker als Hilfsmittel Nummer eins (direkt nach Bauschaum, der auch für Alles und Jedes verwendet wird). Wenn Sie Fußleisten anbringen wollen, tragen Sie den Kleber einfach auf, halten Sie danach die Sockelleisten kurz an die Wand gedrückt und lassen Sie einen kleinen Abstand zur Wand frei. Damit lässt sich die Leiste später bei Bedarf wieder abnehmen.
Sockelleisten kleben mit Montagekleber. (Foto: shutterstock - joserpizarro )
Sockelleisten kleben mit Montagekleber. (Foto: shutterstock – joserpizarro )

Vorteile

  • Haftung mit guter Elastizität bei arbeitenden Untergründen
  • mithilfe eines Spachtels leicht wieder zu entfernen
  • Halt mit hoher Klebekraft

Nachteile

  • Untergrund muss eben sein
  • evtl. Vorbehandlung mit Tiefengrund nötig
  • schlechter Halt auf Fliesen oder Spiegelflächen

Mit Kontaktkleber Fußleisten anbringen

Bezüglich der Anwendung des Kontaktklebers gibt es nur einen einzigen Unterschied zum gerade beschriebenen Montagekleber. Kontaktkleber tragen Sie bitte auf beiden Bauteilen auf, das heißt, Sie bringen ihn sowohl auf die Sockelleisten als auch auf die Wand. Bitte nicht zu dick aufbringen und ein wenig Platz nach oben lassen, ansonsten kann sich die Klebemasse nach oben aus der Leiste herausdrücken.
Sockelleisten kleben mit Kontaktkleber. (Foto: shutterstock - Daniel_Santos)
Sockelleisten kleben mit Kontakt-/Kraftkleber. (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile

  • besonders hohe Klebkraft (hält für die Ewigkeit!)
  • schnell trocknend
  • einfache Anwendung

Nachteile

  • beidseitiges Auftragen auf gleicher Höhe nötig, damit beide Klebeflächen in Kontakt kommen
  • sehr schwer zu entfernen
  • höherer Kleberverbrauch, daher teurer als Montagekleber

Mit Heißkleber Fußleisten anbringen

Das Befestigen der Leisten mit Heißkleber erinnert ein wenig an die Bastelstunden in der Grundschule: Heißklebepistole vorheizen, Kleber punktuell (etwa alle 30 cm) aufbringen, Fußleiste sofort an die Wand drücken und einige Zeit gedrückt halten. Natürlich gehört bei der Anwendung dazu, dass Sie auf Ihre Finger aufpassen müssen: Heißkleber auf der Haut ergibt böse Brandblasen!
Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock - Elvira Koneva)
Sockelleisten kleben mit Heißkleber. (Foto: shutterstock – Elvira Koneva)

Vorteile

  • einfache Anwendung
  • kurze Trocknungszeiten
  • leicht zu entfernen

Nachteile

  • keine Elastizität
  • nicht auf empfindlichen Oberflächen anwendbar
  • Verbrauch großer Klebermengen

Mit Klebebändern Fußleisten anbringen

Sie wollen Fußleisten anbringen, haben aber mit Kleber und Kartuschen nichts am Hut? Dann sind Klebebänder eine gute Lösung. Sie lassen sich leicht aufbringen und halten gut. Kleben Sie einfach doppelseitiges Klebeband (oder das von Scotch speziell für Fußbodenleisten angebotene Klebeband) auf die Leiste und drücken Sie diese an die Wand. Fertig! Wählen Sie unbedingt ausreichend breites Band, mindestens vier Zentimeter sollte es aufweisen. Ansonsten ist die Klebefläche zu gering, die Leiste fällt nach kurzer Zeit wieder von der Wand.

Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock - Stocksnapper)
Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock – Stocksnapper)

Vorteile

  • leicht anwendbar
  • kein Klebergeruch
  • keine Trocknungszeiten

Nachteile

  • keine Korrekturen möglich
  • mögliche Schädigung des Untergrunds beim Ablösen (z. B. von Tapete)
  • ebene Untergründe nötig

Mit Acryl Fußleisten anbringen

Acryl ist sehr elastisch und lässt sich daher auch gut auf arbeitenden Untergründen verwenden. Es muss mithilfe einer Kartusche aufgetragen werden: Eine Wulst aus der Tube drücken und auf die Leisten auftragen, danach werden die Leisten an die Wand gedrückt. Acryl eignet sich besonders gut, wenn die Leisten später auch wieder entfernt werden sollen.

Sockelleisten kleben mit Acryl-Kleber. (Foto: shutterstock - Papavarin Karnjanaranya)
Sockelleisten kleben mit Acryl-Kleber. (Foto: shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile

  • leicht aufzutragen
  • leicht wieder zu entfernen
  • hohe Elastizität

Nachteile

  • geringere Klebkraft
  • ebener Untergrund nötig
  • höherer Zeitaufwand

Mit Silikon Fußleisten anbringen

Auch wenn das Fußleisten Anbringen mit Silikonkleber weniger üblich ist, ist es dennoch sehr praktisch. Sie tragen mithilfe einer Kartusche den Silikonkleber auf die Leiste (oder auf die Wand) auf und drücken die Leiste kurz an. Dies ist ein wenig aufwendig, viele Heimwerker setzen daher auf Heißkleber als Ergänzung und bringen diesen punktuell auf. Damit hält die Leiste erst einmal, bis der Kleber ausreichend fest ist.

Sockelleisten kleben mit Silikon-Kleber. (Foto: shutterstock - noprati somchit)
Sockelleisten kleben mit Silikon-Kleber. (Foto: shutterstock – noprati somchit)

Vorteile

  • leicht anwendbar
  • gute Klebkraft
  • gute Elastizität

Nachteile

  • hoher Zeitaufwand durch lange Trocknungszeiten
  • aufdringlicher Geruch beim Kleben
  • zusätzlicher Druck beim Trocknen nötig

Welche Methoden gibt es noch?

Das Kleben ist nicht als Nonplusultra zu sehen, auch wenn es mit dem eingangs beschriebenen Kleber von Fischer besonders einfach und schnell möglich ist. Ist aber der Untergrund stark saugend oder arbeitet er immer noch, sollten andere Methoden zum Fußleisten Anbringen gewählt werden:

  • Clips

    Kunststoff- oder Holzsockelleisten lassen sich wunderbar mit den zugehörigen Clips an der Wand befestigen. Die nötigen Halter werden an die Wand genagelt oder geschraubt, die Leisten werden dann einfach aufgeklickt. Wichtig ist hierbei, dass genügend Halter angebracht werden, damit die Leisten gleichmäßig an der Wand befestigt werden können. Diese Methode hat ein zusätzliches Plus, denn hinter der Fußleiste entsteht je nach Modell ein Zwischenraum, durch den auch Verlängerungs- und Elektrokabel verlegt werden können.

  • Nägel

    Holz- und Kunststoffleisten können angenagelt werden, wobei Sie hierbei darauf achten sollten, dass die Nagelköpfe unbedingt die Farbe der Leisten aufweist. Andernfalls sind auf den Leisten immer kleine Punkte zu sehen, die schon bald sehr störend werden! Die Kosten für diese Art der Befestigung sind gering, denn die nötigen Nägel sind sehr günstig. Nachteilig ist aber, dass diese dünnen Nägelchen schnell abbrechen können und dann mühsam zu entfernen sind. Oder sie verbleiben in der Leiste, sind dann aber als zusätzlicher Makel auf der Oberfläche dauerhaft sichtbar. Das Entfernen der Leiste ist durch Herausziehen der Nägel einfach möglich, wenn sie nicht zu fest eingeschlagen wurden.

  • Schrauben

    Gerade bei unebenen Wänden ist das Schrauben eine gute Alternative. Sie werden mit Dübeln verwendet, was natürlich ein wenig mehr Aufwand bedeutet. Wichtig: Drehen Sie die Schrauben nicht zu fest ein, ansonsten haben die Fußleisten sehr schnell unschöne Dellen. Unebenheiten an der Wand können auch mit einer Acrylfuge abgedeckt werden. Dabei stellt sich aber die Frage: Warum dann nicht gleich kleben?

Beim Fußleisten Anbringen unbedingt geplant vorgehen

Versuchen Sie bloß nicht, beim Fußleisten Anbringen nach dem Motto „Versuch und Irrtum“ vorzugehen! Falsch abgesägt, Schrauben zu tief gedreht, zu wenig Kleber auf saugendem Untergrund: Es gibt viele Möglichkeiten, das gewünschte Ergebnis nicht zu erreichen. Ein wenig Planung ist also wichtig, wobei Sie sich erst einmal einen Überblick über alle Arbeiten verschaffen sollten, die hier bildlich dargestellt werden:

Die folgenden Tipps helfen dabei, die Leisten rasch und perfekt an die Wand zu bringen:

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 1

    Messen Sie zuerst die Wände korrekt aus und errechnen Sie die Anzahl der Leisten.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 2

    Messen Sie die Leisten aus und versuchen Sie, so viele wie möglich im Ganzen zu belassen.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 3

    Schneiden Sie die Leisten zu und verwenden Sie evtl. eine Gehrungssäge.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 4

    Sie können die Fußleisten anbringen (mit einer Methode Ihrer Wahl).

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 5

    Fast geschafft: Schneiden Sie überschüssige Unterlegfolie von Laminat oder Parkett mit dem Cuttermesser ab.

Bitte nicht erst arbeiten und dann darüber nachdenken, welcher Schritt denn eigentlich vor dem zweiten hätte kommen müssen. Messen Sie lieber einmal mehr aus und zeichnen Sie alles korrekt an, dann geht das Fußleisten Anbringen auch deutlich schneller vorwärts. Zeichen Sie das Leistenmaß am besten auch auf die Wand, vor allem dann, wenn Sie Kontaktkleber verwenden, der auf beiden Bauteilen aufgebracht werden muss.

Nutzen Sie entweder Eckverbinder oder schneiden Sie mithilfe der oben erwähnten Gehrungssäge die Leisten entsprechend zu. Eckverbinder sind einfacher und sorgen dafür, dass die Leisten beider Wände in der Ecke auch wirklich zueinanderpassen. Wichtig ist immer, auf die passenden Abstände zur Wand zu achten!

Messen und schneiden Sie immer so, dass so wenige Nahtstellen wie möglich entstehen. Gerade an langen Wänden, die optisch direkt im Blickfeld liegen, sehen Leisten ohne Naht einfach schöner aus. Reduzieren Sie den Verschnitt so weit wie möglich!

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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