Sockelleisten kleben: Alle Klebearten

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Wird Parkett, Laminat oder Vinyl als Fußboden verlegt, benötigen diese einen Abschluss zur Wand. Moderne Sockelleisten kleben Sie mit einer der im Folgenden beschriebenen Techniken fest. Sie sind optisch passend zum Fußbodenbelag erhältlich und sorgen für einen sauberen Abschluss, der überdies beim Staubsaugen und Wischen für einen Schutz des unteren Wandbereichs sorgt.

Sockelleisten kleben: Typische Fehler

Wer Sockelleisten kleben möchte, muss dafür einiges an Ausrüstung erwerben. Der im Handel erhältliche Kleber ist nur in Verbindung mit einer Kleberkartusche zu verwenden. Diese kostet je nach Anbieter zwischen 10 und 30 Euro, findet nach dem Verlegen und Kleben der Fußleisten aber nur noch selten oder meist gar keine Verwendung mehr. Verbleiben Reste in der Kartusche, sind diese nicht lange aufzubewahren, denn der Kleber härtet aus. Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen Ausrüstung für das Kleben von Leisten besteht darin, dass die Kartusche oft nur unter Aufbringung hoher Muskelkraft bedienbar ist.

Früher beim Sockelleisten Kleben unabdingbar, doch auf Dauer nervig und teuer: die gute alte Kartuschenpresse. (Foto: shutterstock - Bildagentur Zoonar GmbH)

Früher beim Sockelleisten Kleben unabdingbar, doch auf Dauer nervig und teuer: die gute alte Kartuschenpresse. (Foto: shutterstock – Bildagentur Zoonar GmbH)

Dennoch: Wer Sockelleisten kleben möchte, hält meist an diesem Vorhaben fest und weicht nicht auf eine der anderen Befestigungsmöglichkeiten aus. Zumal geklebte Fußleisten in der Regel sehr professionell aussehen und das Verlegen überdies deutlich einfacher ist, als beispielsweise die Befestigung mit Clips. Diese müssen an der Wand per Schraubbohrung befestigt werden, was in vielen Fällen weder gewünscht noch erlaubt ist. Hinzu kommt, dass das Anbringen der Sockelleisten mit Kleber durchaus einige weitere Vorteile mit sich bringt:

  • kein Bohren oder Einschlagen von Nägeln nötig
  • auch an Wänden aus Naturstein oder Fliesen geeignet
  • vor allem für das Anbringen kurzer Stücke sinnvoll
  • nur wenige Vorarbeiten nötig (evtl. Glätten des Untergrunds)

Auf das Sockelleisten Kleben möchte aus den genannten Gründen kaum jemand verzichten, dennoch stellt sich die Frage nach der passenden Ausrüstung bzw. nach Alternativen zum gängigen Baukleber. Wie steht es um Silikon? Ist Heißkleber eine gute Idee? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es seitens der Industrie, um das Problem des unnötig investierten Geldes in Kleberkartuschen und zu große Mengen Kleber zu verhindern?

Life-Hack (Video): einfache Lösung für das Klebeproblem

Bei unseren Streifzügen durch die Baumärkte auf der Suche nach innovativen Produkten haben wir einen coolen „Hack“ entdeckt. Der bei Heim- und Handwerkern bekannte Hersteller „Fischer“ bietet eine total ungewöhnliche und einfache Lösung für alle, die Sockelleisten kleben und dabei einen hohen Anwendungskomfort haben möchten. Ein spezieller Montagekleber sorgt dafür, dass sich sowohl das Problem der schwer zu bedienenden und nach der Anwendung oft überflüssigen Kartusche als auch das des schnell aushärtenden Klebers erledigen: Er funktioniert ohne Kartuschenpresse und ist wiederverschließbar.

In diesem Video wird gezeigt, wie mit dem „Hack“ Sockelleisten kleben kann.

Der Baukleber ist für alle gängigen Oberflächenmaterialien geeignet und kann damit Sockelleisten sowohl an der Wand und hier auf Tapeten als auch auf Fliesen, auf saugenden Untergründen  befestigen. Er ist besonders stark und wartet mit einer Klebekraft von bis zu 320 kg auf einer Fläche von 10 cm² auf. Angesichts dessen, dass eine Sockelleiste kaum einer derartigen Beanspruchung standhalten muss, ist diese Klebekraft mehr als ausreichend.

Der Kleber lässt sich ohne spezielle Vorbereitung des Untergrunds anwenden. Die ebene Oberfläche ist jedoch wichtig, damit die Sockelleiste später gerade und bündig an die Wand gebracht werden kann.

Die Bedienung der Kleberkartusche ist sogar mit einem Finger möglich, damit lässt sich der Kleber sauber und sparsam dosieren. Der Deckel ist wiederverschließbar, außerdem ist der Kleber auch für andere Verlege- und Montagearbeiten nutzbar.

Wichtiger Punkt:
Er wird ohne Weichmacher hergestellt und schont somit die Oberflächen und die Gesundheit desjenigen, der mit diesem Klebemittel arbeitet.

Sockelleisten kleben in 5 Schritten

Die folgenden Tipps helfen dabei, die Leisten rasch und perfekt an die Wand zu bringen:

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 1

    Vor dem Kauf der Sockelleisten sollten Sie die Wände ausmessen. Dabei berücksichtigen auch den möglichen Verschnitt.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 2

    Vor dem Schneiden sollten Sie die Leisten ausmessen. Dann zeichnen Sie die Schneidstellen an. Achten Sie darauf, möglichst wenige Nahtstellen zu erzeugen!

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 3

    Vor dem Kleben sind die Sockelleisten zuzuschneiden.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 4

    Vor den Feinarbeiten sollten Sie die Leisten kleben und dabei auf eine gleichmäßige Fuge achten.

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 5

    Bei Laminat oder Parkett sollten Sie die überschüssige Unterlegfolie mit dem Cuttermesser abschneiden.

Verschiedene Klebetechniken für Sockelleisten

Für das Sockelleisten Kleben stehen verschiedene Klebetechniken zur Verfügung:

Klebetechnik „Montagekleber“

Kleber in einer Wulst auf der Sockelleiste aufbringen und diese an die Wand drücken. Kurz festhalten, dabei darauf achten, dass die Leiste einen kleinen Abstand zur Wand behält. Dies ermöglicht das spätere leichte Entfernen der Leiste mithilfe eines Spachtels.

Sockelleisten kleben mit Montagekleber. (Foto: shutterstock - joserpizarro )
Sockelleisten kleben mit Montagekleber. (Foto: shutterstock – joserpizarro )

Vorteile

  • flexible Haftung
  • leichte Entfernbarkeit
  • sicherer Halt

Nachteile

  • evtl. Vorbehandlung des Untergrunds nötig
  • Montagekleber nicht für alle Untergründe geeignet
  • Einhalten eines kleinen Abstands zwischen Wand und Sockelleiste ohne zusätzliche Hilfsmittel schwierig

Klebetechnik „Kontaktkleber“

Kontaktkleber wird ähnlich wie Montagekleber aufgetragen. Allerdings ist hierbei die zweiseitige Behandlung nötig. Der Kleber muss sowohl an der Wand als auch auf der Sockelleiste aufgetragen werden, danach wird die Sockelleiste an die Wand gedrückt. Kontaktkleber halten oft sehr fest und sind bei einem Auszug nur schwer wieder zu entfernen bzw. müssen abgeschliffen werden.

Sockelleisten kleben mit Kontaktkleber. (Foto: shutterstock - Daniel_Santos)
Sockelleisten kleben mit Kontakt-/Kraftkleber. (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile

  • hohe Klebkraft
  • sehr guter Halt über lange Zeiträume
  • kurze Trocknungszeiten

Nachteile

  • beidseitiges Kleben nötig
  • schwere Entfernung
  • evtl. Vorbehandlung des Untergrunds nötig

Klebetechnik „Heißkleber“

Die Heißklebepistole muss vorheizen, danach kann nach Einlegen der Klebekartusche direkt mit den Arbeiten begonnen werden. Alle 30 cm wird ein Tropfen Heißkleber an die Wand oder an die Sockelleiste gegeben. Leiste kurz andrücken und unter leichtem Druck auf das Trocknen des Klebers warten.

Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock - Elvira Koneva)
Sockelleisten kleben mit Heißkleber. (Foto: shutterstock – Elvira Koneva)

Vorteile

  • gute Haftung
  • schnelle Befestigung
  • leichte Entfernung der Leisten bei Umzug oder Renovierung

Nachteile

  • keine Flexibilität auf arbeitenden Untergründen
  • Gefahr der Beschädigung empfindlicher Oberflächen
  • Verbrauch großer Klebemengen in großen Räumen oder bei vielen kurzen Teilen

Klebetechnik „Klebebänder“

Klebebänder sind speziell zum Kleben von Sockelleisten erhältlich, Sie können allerdings auch ein handelsübliches doppelseitiges Klebeband verwenden. Bringen Sie dieses wie gewohnt auf. Nutzen Sie unbedingt breites Band, das auch in seiner vollen Breite geklebt werden sollte. Nur dann kann es ausreichend fest sein.

Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock - Stocksnapper)
Sockelleisten kleben mit doppelseitigen Klebebändern. (Foto: shutterstock – Stocksnapper)

Vorteile

  • einfache Anwendung
  • keine Warte- und Trocknungszeit
  • geringer Zeitaufwand

Nachteile

  • geringe Klebekraft
  • schwierige Korrektur
  • ebener Untergrund und evtl. Vorbehandlung desselben nötig

Klebetechnik „Acryl“

Acryl wird ebenso verwendet wie Silikonkleber und bringt ebenfalls den Vorteil der sehr guten Elastizität mit. Damit ist Acryl überall dort gut anwendbar, wo der Untergrund arbeitet. Es wird aus der Kartusche heraus aufgetragen, die Sockelleiste muss kurz an die Wand gedrückt werden. Unter leichtem Druck halten, bis eine ausreichende Festigkeit gegeben ist.

Sockelleisten kleben mit Acryl-Kleber. (Foto: shutterstock - Papavarin Karnjanaranya)
Sockelleisten kleben mit Acryl-Kleber. (Foto: shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile

  • deutlich leichtere Entfernung der Sockelleiste als bei Verwendung von Silikon
  • einfaches Auftragen
  • hohe Elastizität

Nachteile

  • mäßige Klebkraft
  • höherer Zeitaufwand durch Andrücken
  • evtl. Vorbehandlung der Wand nötig

Klebetechnik „Silikon“

Diese Methode ist eher unüblich und wird meist nur dort verwendet, wo eine hohe und dauernde Elastizität wichtig ist. Die Leisten müssen nach dem Auftragen des Silikons so lange an die Wand gehalten werden, bis das Klebematerial getrocknet ist. Alternativ kann die Andrückzeit mit Heißkleber verkürzt werden, wenn einige Punkte der Leisten mit Selbigem vorher befestigt werden.

Sockelleisten kleben mit Silikon-Kleber. (Foto: shutterstock - noprati somchit)
Sockelleisten kleben mit Silikon-Kleber. (Foto: shutterstock – noprati somchit)

Vorteile

  • hohe Elastizität bei arbeitenden Untergründen
  • temperaturbeständig
  • transparentes Klebemittel

Nachteile

  • mittlere Klebkraft
  • lange Trocknungszeiten
  • hoher Zeitaufwand

Alternativen zum Kleben der Sockelleisten

Auch wenn das Sockelleisten Kleben einfach und mit mittlerem bis gutem Halt möglich ist, so kommen doch vielleicht Alternativen infrage. Das gilt insbesondere dann, wenn der Untergrund stark saugend ist und nicht entsprechend vorbehandelt werden soll:,

  • Stahlstifte

    Statt Sockelleisten kleben zu müssen, ist deren einfache Befestigung mit Stahlstiften möglich. Diese werden einfach mit dem Hammer eingeschlagen. Wichtig ist, dass Sie dabei vorsichtig vorgehen und die jeweilige Sockelleiste nicht zerkratzen oder beschädigen. Diese Art der Anbringung ist jedoch nur für weichen Putz oder auf Holzwänden anzuwenden.

    Stahlstifte brechen leicht, daher können sie nicht in Stahlbetonwände geschlagen werden. Besonders vorteilhaft ist bei dieser Methode, dass die Stahlstifte in einer ähnlichen Farbe wie die Sockelleiste gewählt werden können, sodass sie später nicht auffallen. Stahlstifte halten eine Sockelleiste sehr gut, der Zeit- und Arbeitsaufwand ist gering. Eine Entfernung der Leisten ist durch Herausziehen der Stifte möglich.

    Sockelleisten befestigen mit Stahlstiften. (Foto: shutterstock - Images By Chaos)
    Sockelleisten befestigen mit Stahlstiften. (Foto: shutterstock – Images By Chaos)

  • Nägel

    Das Verfahren ist ähnlich wie bei der Verwendung der Stahlstifte, allerdings bleibt bei Nägeln der Kopf sichtbar, was durchaus störend sein kann. Bei Stahlbetonwänden oder bei hartem Putz brechen Nägel leicht ab, was einen hohen Aufwand beim Entfernen des Nagels bedeutet.

    Beim Hämmern sollten Sie vorsichtig vorgehen, damit die Sockelleiste nicht ungewollt getroffen und beschädigt wird. Einmal angebracht, hält eine solche Sockelleiste sehr gut.

    Sockelleisten mit Stahlnägeln befestigen. (Foto: shutterstock - EstudiosOMH)
    Sockelleisten mit Stahlnägeln befestigen. (Foto: shutterstock – EstudiosOMH)

  • Schrauben

    Schrauben sind oft größer und auffälliger als Nägel oder Stahlstifte, daher kommen sie nicht in jedem Fall infrage. Sie müssen mit einem Dübel in der Wand befestigt werden, was das Bohren notwendig macht. Dies zeigt sich zudem beim Entfernen der Sockelleiste negativ, denn die Bohrlöcher bleiben in der Wand zurück.

    Die Gefahr, beim Schrauben die Leisten zu beschädigen, ist groß, da der genaue Befestigungspunkt abgepasst werden muss, damit eine Schraube nicht zu weit in das Material gedreht wird.

    Sockelleisten befestigen mit Schrauben. (Foto: shutterstock - VVVproduct)
    (Foto: shutterstock – VVVproduct)

Auch wenn Sie Sockelleisten ohne Bohren befestigen wollen, kommt es darauf an, genau zu arbeiten und eine ausreichende Planung zu haben. Wichtig ist vorab die Frage, ob der Untergrund behandelt werden muss oder nicht. Kleber, der auf einen saugenden Untergrund gebracht wird, verliert einiges von seiner Klebkraft, die Leisten können sogar wieder von der Wand abfallen.

Tipps: So geht das Sockelleisten kleben einfacher

Diese Tipps helfen ebenfalls, die Sockelleisten korrekt anzubringen:

  • Genaue Messungen

    Die Wände mussten vor dem Kauf der Leisten ausgemessen werden, um die genauen Meterzahlen zu ermitteln. Dennoch sollte jetzt noch einmal nachgemessen werden, zumal sicherlich die eine oder andere Sockelleiste auf Maß geschnitten werden muss. Ein ungefähres Ausmessen und Anzeichnen des Leistenmaß ist zudem für das Aufbringen des Klebers an der Wand hilfreich.

  • Eckverbinder nutzen

    Treffen zwei Wände aufeinander, muss eine Sockelleiste mit der nächsten über Eck verbunden werden. Möglich ist das durch Eckverbinder. Handwerklich Begabte können eine Sockelleiste auch auf Gehrung und damit passgenau zuschneiden. Damit die Fugen gleichmäßig werden, sind Abstandshalter für die Sockelleiste wichtig.

  • Nahtstellen berücksichtigen

    Schon bei der Planung sollten Sie bedenken, dass es Nahtstellen geben wird. Diese entstehen immer dort, wo eine Sockelleiste auf die nächste trifft. Damit es nicht zu viele dieser Stellen gibt, was optisch bedeutend schöner ist, sollten Sie die Leisten so zusägen, dass möglichst viele im Ganzen verwendet werden können. Dies verbessert nicht nur die Ansicht, sondern wirkt sich überdies auf den Arbeitsaufwand aus. Je weniger Sie zuschneiden müssen, desto geringer ist der Arbeitsaufwand. Planen Sie das Sockelleisten Kleben daher so, dass alle langen Seiten eines Raums mit möglichst vielen ganzen Leisten gestaltet werden.


Bildnachweis: © schwarzer.de – Infografiken

About Author

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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