Fußleisten befestigen: Tipps und Tricks für Heimwerker

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Endlich: Der Raum ist fertig renoviert, der Fußboden verlegt. Jetzt heißt es: Fußleisten befestigen! Die theoretische Vorgehensweise ist dabei klar, doch welche Tücken bei der Benutzung des Klebers oder der Nagelpistole lauern, zeigt sich erst in der Praxis. Wir haben ein Lifehack entdeckt, dass das Befestigen der Fußleisten zum Kinderspiel werden lässt.

Fußleisten befestigen: Wie kommt der Kleber aus der Kartusche?

Ein Problem, das jedem Handwerker, der schon einmal Fußleisten befestigen wollte, bekannt sein dürfte: Man hat sich dafür entschieden, auf Kleber statt auf Nägel oder Dübel zu setzen. Kleben soll so schön einfach sein und viel Zeit sparen! Zumindest theoretisch mag das auch der Fall sein, praktisch sieht die Sache ganz anders aus. Denn zusätzlich zum Kleber, den Sie kaufen müssen, benötigen Sie eine Kartuschenpresse. In diese wird die Kleberkartusche eingespannt.

Die Verpackung wird geöffnet – übrigens ohne die Möglichkeit, sie wieder verschließen zu können! – und mit viel Kraft und wenig Fingerspitzengefühl pressen Sie die nötige Menge Kleber aus der Kartusche. Gern auch zu viel oder zu wenig, je nachdem, wie schwergängig die Kartuschenpresse gerade ist. Denn leider ist den meisten Presspistolen eines gemeinsam: Sie lassen sich nur mit Mühe bedienen und stellen hohe Anforderungen an die Kraft eines Heimwerkers.

Fußleisten befestigen: Oft ist zum Anrbingen der Fußleisten eine teure Kartuschenpresse nötig. (Foto: shutterstock – Bildagentur Zoonar GmbH)

Fußleisten befestigen: Oft ist zum Anrbingen der Fußleisten eine teure Kartuschenpresse nötig. (Foto: shutterstock – Bildagentur Zoonar GmbH)

Endlich konnten Sie die Fußleisten befestigen, da zeigt sich das nächste Ärgernis. Da die Kleberkartusche nicht richtig geschlossen und nur notdürftig mit ein wenig Folie umwickelt werden konnte, ist der Kleber binnen kurzer Zeit eingetrocknet und nicht mehr verwendbar. Sehr ärgerlich, zumal in der Kartusche noch viel drin war und nun alles weggeworfen werden muss. Die Kartuschenpresse wird nach Ende der Renovierungsarbeiten nicht mehr benötigt. Das heißt, dass zwischen 10 und 30 Euro an Werkzeug herumliegen und ein unbeachtetes Dasein fristen müssen.

Nun ist die Zeit gekommen, Ihnen unser Lifehack vorzustellen, über dessen Entdeckung wir uns angesichts der eben geschilderten Probleme besonders freuen und das so einfach wie genial ist. Es handelt sich um den „320 Kilo Kleber“ des Markenherstellers Fischer, der in verschiedenen Packungsgrößen erhältlich ist. In unserem Video zeigen wir Ihnen, wie das genau funktioniert:

Das Besondere ist aber die Kartusche, die mit einer eigenen Kartuschenpresse daherkommt. Beide sind miteinander verbunden und so wunderbar leichtgängig, dass es fast schade ist, wenn Sie alle Fußleisten befestigen konnten und die Renovierungsarbeiten erst einmal beendet werden müssen. Aber sicherlich findet sich im Haushalt noch mehr, das damit geklebt werden kann, denn der Fischer Kleber klebt sogar Garderoben und Regale an die Wand.

Fischer weiß mit seinem Produkt wirklich zu beeindrucken und als passionierte Heimwerker wissen wir auch, dass sich hier jemand tatsächlich Gedanken zum Produkt gemacht hat. Es ist überstreichbar, sodass kleinere Ausrutscher direkt retuschiert werden können. Der Kleber hat eine hohe Anfangsfestigkeit und hält die Sockelleisten gleich nach dem Verlegen bombensicher an ihrem Platz.

Die Endfestigkeit von 320 kg/10 cm² ist deutlich höher als das, was für eine Sockelleiste nötig ist. Arbeitende Untergründe bekommen durch diesen Kleber die nötige Elastizität entgegengestellt, sodass sich Fußleisten nicht unbeabsichtigt wieder lösen können. Wir meinen, dieses Produkt ist konkurrenzlos gut und genau das, was Heimwerkern bisher gefehlt hat.

Verschiedene Klebetechniken vorgestellt

Ob mit Silikon oder Acryl, mit Klebebändern oder Montagekleber: Welche Klebetechnik Sie verwenden, hängt sicherlich vor allem an persönlichen Erfahrungen und dem Vertrauen in das jeweilige Produkt. Nachdem wir nun das Nonplusultra vorgestellt haben, fassen wir hier noch einmal weitere Klebetechniken zusammen:

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Montagekleber“

Montagekleber bringen Sie in einem Strang auf die Fußleiste auf und drücken diese an die Wand. Halten Sie die Leiste in ihrer gesamten Länge kurz gedrückt oder stellen Sie sich vor Beginn Ihrer Arbeiten ein Hilfsmittel bereit, das das Andrücken für Sie übernehmen kann. Es reicht schon, eine Leiste über die Fußleiste zu legen und hier mithilfe von zwei Gewichten an zwei Stellen Druck auszuüben.
Fussleisten befestigen Montagekleber (Foto: shutterstock – joserpizarro ) Fussleisten befestigen Montagekleber (Foto: shutterstock – joserpizarro)

Vorteile

  • einfache Anwendung, auf den meisten Untergründen anwendbar, flexibler Halt

Nachteile

  • Ablösen mit Spachtel nötig (Rückstände an der Wand), ebener Untergrund nötig, höherer Zeitaufwand

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Kontaktkleber“

Auch Kontaktkleber bringen Sie in einem Strang auf die Sockelleisten auf. Auf gleicher Höhe muss aber auch an der Wand ein Strang Kleber aufgebracht werden. Drücken Sie danach die Leiste an die Wand und verfahren Sie wie beim Arbeiten mit Montagekleber.
Fussleisten befestigen Kontaktkraftkleber  (Foto: shutterstock – Daniel_Santos) Fussleisten befestigen Kontaktkraftkleber (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile

  • ausgezeichneter Halt, hohe Anfangsklebkraft, leichte Anwendung

Nachteile

  • höherer Materialaufwand, ebener Untergrund nötig, höherer Zeitaufwand durch nötigen Andruck

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Heißkleber“

Wenn Sie Sockelfußleisten mit Heißkleber verlegen wollen, heizen Sie die Heißklebepistole zuerst auf. Ist der Kleber flüssig, können Sie ihn punktuell auftragen, wobei Abstände zwischen 25 und 30 cm ideal sind. Drücken Sie die Leiste rasch an und halten Sie sie kurz gedrückt.
Fussleisten befestigen Heisskleber (Foto: shutterstock – Daniel_Santos) Fussleisten befestigen Heisskleber (Foto: shutterstock – Daniel_Santos)

Vorteile

  • einfache Anwendung, kurze Trocknungszeiten, wenig Druck nötig

Nachteile

  • punktuelles Kleben kann zu Ungleichmäßigkeiten führen, nicht für empfindliche Materialien geeignet, zügiges Arbeiten nötig

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Klebebändern“

Denkbar einfach sind Klebebänder zum Befestigen der Fußleisten einzusetzen. Ziehen Sie einfach die Schutzfolie ab, nachdem Sie das Klebeband auf die Fußleiste geklebt haben. Drücken Sie sie nun an der Wand an – fertig! Bitte beachten: Nutzen Sie ausreichend breites Klebeband, damit die gesamte Fläche der Sockelleisten bedeckt ist und diese sicher an der Wand halten.
Fussleisten befestigen doppelseitiges Klebeband (Foto: shutterstock – Stocksnapper) Fussleisten befestigen doppelseitiges Klebeband (Foto: shutterstock – Stocksnapper)

Vorteile

  • einfache Anwendung, keine Trocknungszeiten nötig, wenig Arbeitsaufwand

Nachteile

  • kaum korrigierbar, nur auf ebenem Untergrund anwendbar, nur mit Beschädigungen an der Wand wieder ablösbar

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Silikon

Zum Aufbringen des Silikons nutzen Sie am besten eine Kartuschenpresse. Bringen Sie Silikon gleichmäßig in einem Strang auf, und drücken Sie die Leiste an die Wand. Bitte nicht bis ganz herandrücken, sondern einen kleinen Spalt freilassen. Diesen überbrücken Sie später mit einem Silikonstreifen, den Sie glatt ziehen. So kann auch ein arbeitender Untergrund noch ausreichend elastisch sein.
Fussleisten befestigen mit einer Silikonspritze (Foto-shutterstock_Love Silhouette's portfolio) Fussleisten befestigen mit einer Silikonspritze (Foto: shutterstock – Love Silhouette’s portfolio)

Vorteile

  • gute Flexibilität, schnelle Trocknung, mit Cuttermesser ablösbar

Nachteile

  • höherer Zeitaufwand durch Andrücken, starke Geruchsentwicklung, Ablösen möglich, aber sehr aufwendig

Checkliste „Fußleisten befestigen mit Acryl“

Acryl ist ein Verwandter des Silikons und wird ebenso aufgetragen. Es ist ideal für Untergründe, die sich noch verändern, außerdem lässt es sich gut aufbringen und verteilen. Mit ein wenig Druck setzen Sie die Leiste an die Wand und halten sie etwas gedrückt.
Fussleisten befestigen Acrylkleber (Foto-Shutterstock: Papavarin Karnjanaranya) Fussleisten befestigen Acrylkleber (Foto: Shutterstock – Papavarin Karnjanaranya)

Vorteile

  • gute Elastizität, einfache Anwendung, leichte Entfernung bei Renovierungsarbeiten

Nachteile

  • nur mittlere Klebkraft, Kartuschenpresse nötig, höherer Zeitaufwand durch nötigen Andruck

Schrauben, Nageln, Tackern: Weitere Möglichkeiten zum Befestigen der Sockelfußleisten

Die Klebetechniken ähneln sich größtenteils. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, um Fußleisten befestigen zu können:

  • Schrauben

    Fussleisten befestigen: Auch das Anbringen mit Schrauben hat seine Vorteile. (Foto: Shutterstock - VVVproduct) Fußleisten befestigen: Auch das Anbringen mit Schrauben hat seine Vorteile. (Foto: Shutterstock – VVVproduct)
    Sie können eine Fußleiste auch an die Wand anschrauben. Dafür ist es nötig, Dübel einzubringen, damit die Leistenschrauben einen festen Halt haben. Bei sehr bröckeligem Putz geht das nicht, hier halten Dübel meist nicht. In dem Fall sollten Sie eher auf das Kleben zurückgreifen. Die Schraubtechnik hat noch einen weiteren Nachteil: Sie benötigen ein wenig Fingerspitzengefühl, um die Leisten nicht zu fest anzuschrauben. Andernfalls zeigen sich unschöne Dellen genau an den Stellen, an denen die Schrauben sitzen.

  • Nageln

    Fussleisten befestigen mit Nägeln (Foto-Shutterstock: _EstudiosOMH) Fussleisten befestigen mit Nägeln (Foto-Shutterstock: _EstudiosOMH)
    Sie können in geringen Abständen Nägel setzen und jede Sockelleiste an die Wand nageln. Allerdings bleiben die Nagelköpfe sichtbar, was optisch nicht die schönste Variante ist. Außerdem lassen sich Nägel nicht in sehr harte Untergründe einschlagen, oft verbiegen sie dabei oder brechen ab. Stahlstifte sind dann die bessere Wahl. Beim Nageln können Sie auch mit der Nagelpistole arbeiten und die Leisten tackern, dies ist eine schnelle und sehr effektive Methode.

  • Clips verwenden

    Fussleisten befestigen: Mit Clips geht das ganz einfach. (Foto: Shutterstock - Ben Schonewille) Fussleisten befestigen: Mit Clips geht das ganz einfach. (Foto: Shutterstock – Ben Schonewille)
    Eine Sockelleiste aus Holz oder Kunststoff lässt sich ganz einfach mit Clips an der Wand anbringen. Die zugehörigen Halterungen werden mit Dübeln an die Wand gebracht, die Leisten dann einfach aufgeklickt. Oft verbleibt dahinter ein kleiner Zwischenraum, sodass Kabel versteckt werden können. Besitzen die Leisten am unteren Ende eine weiche Silikonkante, kann das Kabel an jeder Stelle hindurchgeführt werden und erscheint erst dort wieder im Raum, wo es wirklich benötigt wird.

Gute Planung ist wichtig!

Wenn Sie Fußleisten befestigen wollen, sollten Sie geplant vorgehen, andernfalls werden Sie sich über das Ergebnis ärgern! Die folgende Bilderreihe zeigt in Kurzform, wie Sie am besten beim Fußleisten Befestigen vorgehen sollten:

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 1

    Vermessen Sie die Wände und berechnen Sie die Menge der benötigten Leisten großzügig (Verschnitt bedenken!)

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 2

    Messen Sie die Leisten aus und zeichnen Sie die Schnittstellen an

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 3

    Schneiden Sie die Leisten zu und achten Sie auf die 45 °-Winkelung, wenn Sie keine Eckverbinder nutzen

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 4

    Sie können die Fußleisten befestigen. Beim Verkleben bitte an den Spalt zum Wiederablösen denken

  • Heimwerker-News.de

    Schritt 5

    Wenn Sie Fußleisten befestigen und Laminat oder Parkett verlegt haben, kürzen Sie nun die überschüssige Unterlegfolie

Nachdem Sie nun einen groben Überblick über alle nötigen Arbeiten haben, bedenken Sie vor Beginn der Arbeiten auch die folgenden Punkte:

Untergrund bearbeiten

Mit etwas Glück ist der Bereich der Wand, an dem die Sockelfußleisten befestigt werden sollen, eben und kann direkt genutzt werden. Es kann aber auch sein, dass sich Unebenheiten zeigen. Dann ist eventuell das Spachteln mit einem anschließenden Abschleifen nötig, damit der Untergrund eben genug ist. Wäre das nicht der Fall, würden sich die Leisten nicht plan an die Wand bringen lassen und es würde unterschiedliche Abstände geben. Außerdem müssen alle Untergründe trocken und fettfrei sein, andernfalls haften Acryl, Kleber und Co. nicht.

Verschnitt bedenken

Wenn Sie berechnen, wie viele Leisten Sie benötigen, bedenken Sie den Verschnitt. Es sollen möglichst ganze Leisten im Sichtfeld sein, also müssen einige Leisten an weniger offensichtlichen Stellen angesetzt werden. In sehr großen Räumen ist das Ansetzen ohnehin auf allen Bahnen nötig. Bitte achten Sie darauf, dass es so wenige Nahtstellen wie möglich gibt, damit sich eine geschlossene Leiste optisch ansprechend präsentieren kann.

Kosten sparen

Wenn Sie Fußleisten befestigen wollen, brauchen Sie viel Material und Zeit. Sollten Sie sich für das Verwenden von Klebebändern entschieden haben, müssen Sie keine teuren Bänder (u. a. von Scotch) speziell für Sockelfußleisten erwerben. Auch ein normales doppelseitiges Klebeband ist ausreichend und hält die Leisten sicher an ihrem Platz. Außerdem ist dieses Klebeband gut für Ihren Geldbeutel.

About Author

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

1 Kommentar

  1. Liebe Charlotte

    Ich habe gerade deinen Beitrag gelesen. Ja stimmt ist sehr verwirrend.

    Ich denke es gibt doch Fragen die du dir noch stellen solltest.

    1. Mietwohnung: Wie lange bleibe ich da?
    2. Wie viel Meter brauche ich und was darf es kosten?
    3: Was passt gut zu den Wänden und zum Boden?

    Denke wenn du dir diese Fragen beantwortet hast, fällt automatisch die ein oder andere Sockelleiste schon raus.

    Ich hoffe ich konnte die weiterhelfen

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