Lilien: pflanzen, pflegen & überwintern

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Die Symbolik der Lilien ist so vielseitig, wie ihre Arten. Und ihre ursprüngliche Herkunft den wenigsten bekannt. Was man über die sinnlichen Blumen wissen muss und wertvolle Tipps rund um Pflege und Verwendung.

Die Herkunft der wundervollen Lilien

Dass die beliebten und krautartigen Lilien ihren Ursprung im Himalaya haben, wissen die wenigsten Pflanzenfreunde. Dort sind sie vor etwa 12 Millionen Jahren entstanden. Ausgehend vom länderübergreifenden Gebirge, hat sich die elegante Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen Lilium über die Nordhalbkugel ausgebreitet. Heute findet man Lilien vor allem in China, Japan, Nordamerika, Europa, dem Kaukasus, sowie dem Balkan.

Die Gattung der Liliengewächse (Liliaceae) umfasst etwa 125 Arten und 2000 Hybriden. Die meisten von ihnen fühlen sich in nördlich-gemäßigten oder subtropischen Gebieten am wohlsten. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, die im trockenen Mittelmeerklima oder dem Südschwarzwald heimisch sind. Die Verbreitung der Lilien ist also durchaus großflächig.

Die majestätischen Lilien gelten als Königinnen der Blumen und haben einen glatten, meist grünen Stängel.

Die majestätischen Lilien gelten als Königinnen der Blumen und haben einen glatten, meist grünen Stängel. (#01)

Lilie die Köningin der Blumen

Die majestätischen Lilien gelten als Königinnen der Blumen und haben einen glatten, meist grünen Stängel. Hin und wieder ist dieser auch leicht purpurfarben oder graugrünblau gefärbt. Vom Stängel wachsen die meist ungestielten Blätter wechselständig, gleichmäßig oder in Wirbeln. Das Blattwerk kann eine Länge von bis zu 30 cm erreichen.

Die Wuchshöhe beträgt, je nach Art, zwischen 50 und 310 cm. Beliebt sind Lilien vor allem für ihre auffällig schönen Blüten. Diese sind meist trompeten-, schalen-, oder röhrenförmig. Doch auch sogenannte „Türkenbund-Lilien“ sind weit verbreitet.

Bei dieser Variante rollen sich die Blütenhüllblätter nach hinten zum Stängelansatz, sodass sie optisch einem türkischen Turban ähneln. Manche Lilienarten haben auch mehrere Blüten pro Stil, die eine Traube oder Dolde bilden. Die Formen der Blütenhüllblätter sind sehr vielseitig und ihre Farben decken nahezu das ganze Farbspektrum ab. Ihre Pollen werden gelb bis ockerfarben. Die meisten Exemplare duften herrlich, es gibt jedoch auch geruchlose Lilienarten.

Da die Lilie so vielseitig ist, ist sie eine der beliebtesten Garten- und Zierpflanzen, die es gibt.

Da die Lilie so vielseitig ist, ist sie eine der beliebtesten Garten- und Zierpflanzen, die es gibt. (#02)

Die wichtigsten Lilienarten

Da die Lilie so vielseitig ist, ist sie eine der beliebtesten Garten- und Zierpflanzen, die es gibt. Alle Sorten zu nennen, würde auf Grund der Vielfalt den Rahmen sprengen.

Diese Lilienarten sollte man jedoch kennen:

  • Madonnenlilie: weiße, große Blüten
  • Tigerlilie: Kräftig orangefarbene Blüten mit braunen Punkten.
  • Stargazer: Pinkfarbene Blüten mit weißem Rand und Punkten.
  • Türkenbund: Zartrosa gepunktete Blüten, die sich zum Stängel hin aufrollen.
  • Feuerlilie: Wie der Name verrät, besitzt diese Lilie feuerrote Blütenblätter.
  • Kanadalilie: Gelbe bis ockerfarbene Blüten mit Punkten. Die Köpfe sind glockenartig herabgesenkt.
Feuerlilie: wie der Name verrät, besitzt diese Lilie feuerrote Blütenblätter

Feuerlilie: wie der Name verrät, besitzt diese Lilie feuerrote Blütenblätter(#03)

Wissenswertes und Bedeutung

  • Der Name der Lilie leitet sich vom griechischen Wort „leírion“ ab. Die genaue Bedeutung des Wortes ist jedoch leider nicht bekannt.
  • Bereits 2000 vor Christus galten Lilien als Symbol der Reinheit, wodurch sie schnell einen religiösen und spirituellen Bezug bekamen.
  • Lilien stehen für: Reinheit, Weiblichkeit, Hoffnung, Liebe, Eleganz, Vergänglichkeit, Licht und Glaube
  • Die Lilie ist das Symbol der Pfadfinder. Die drei Spitzen der Blüte stehen für die drei Versprechen an Gott, den anderen und sich selbst.
  • Auf der griechischen Insel Kreta wachsen Lilien, die mehr als tausend Jahre alt sind.

Standort und Nährboden

Sonnig bis halbschattig mag es die elegante Pflanzengattung am liebsten. Wie viel Sonne es sein darf, hängt jedoch von der jeweiligen Art ab und sollte vor dem Pflanzen in Erfahrung gebracht werden. Wichtig zu beachten ist, dass der Boden unterhalb der Pflanze nicht zu viel Sonnenlicht und Hitze abbekommen sollte. Ein lockerer, kalkhaltiger Boden ist ideal.

Um die Zwiebel und Wurzeln zu schützen, können weitere Pflanzen um die Lilie herum gepflanzt werden, oder die Erde kann mit Rindenmulch, Kompost oder Steinen bedeckt werden. Das Substrat sollte leicht säuerlich sein, damit sich die Gattung rundum wohlfühlt.

Kanadalilie: gelbe bis ockerfarbene Blüten mit Punkten. Die Köpfe sind glockenartig herabgesenkt

Kanadalilie: Gelbe bis ockerfarbene Blüten mit Punkten. Die Köpfe sind glockenartig herabgesenkt.(#04)

Das Pflanzen der Zwiebeln

Anders als die Zwiebeln anderer Blumen, haben die der Lilie keine Außenhaut, sondern sind nackt. Das macht sie empfindlicher, weshalb man sie nicht zu lange offen herumliegen lassen sollte. Eingepflanzt werden sie, abhängig von der Sorte, zwischen September und März, selten auch zwischen August und September.

Auf Grund der ungeschützten Blumenzwiebel sollte man beim Pflanzen ein paar Punkte beachten und folgendermaßen vorgehen:

  • Zunächst wird ein 25 bis 30 Zentimeter tiefes Loch gegraben.
  • Da die Blumenzwiebel keine Staunässe verträgt, ist es ratsam eine großzügige Drainageschicht aus Kieselsteinen einzufüllen. Diese darf bis zu zehn Zentimeter hoch sein. Auf die Drainageschicht wird dann eine Schicht aus Sand, Erde und Kompost gegeben, die etwa fünf bis zehn Zentimeter in der Höhe missen und aus gleichen Anteilen bestehen sollte.
  • Nun werden die Lilienzwiebeln mit einem Abstand von etwa 15 Zentimetern in das Loch gesetzt und mit Sand bedeckt.
  • Abschließend das Loch mit dem Sand-Erd-Kompost-Mix auffüllen.
  • Extratipp: Ist der Boden sehr schwer und lehmhaltig, empfiehlt sich ein erhöhtes Beet oder eine Hügelpflanzung, um Staunässe zu vermeiden.

Bei der richtigen Pflege hat man lange Freude an den Lilien

Sind die prachtvollen Blüten der Lilie verblüht, sollten die Stiele gekappt werden. Das verhindert eine Samenbildung, die die Pflanze sehr viel Kraft kostet. Möchte man hingegen Samen gewinnen, kann man sich diesen Schritt natürlich auch sparen. Der Rest des Stängels bleibt so lange stehen, bis alle Blätter abgestorben sind. Erst dann wird er knapp über der Erde abgetrennt und der Rest des Stängels im Frühjahr herausgezogen.

Die Schnittstelle wird dann mit Erde bedeckt und die Pflanze noch vor dem erneuten Austrieb mit einem biologischen Dünger versorgt. Dieser sollte allerdings nicht zu viel Stickstoff enthalten. Während die Lilie neu austreibt, kann noch ein- bis zweimal nachgedüngt werden.

Video: Warum Lilien so besondere Blumen sind | MDR

Typische Schädlinge bei den Lilien bekämpfen

Ein gutes Auge braucht man, wenn man die typischen Schädlinge der Lilie entdecken will. Denn es sind die winzigen Larven des Lilienhähnchens, ein feuerroter Käfer, die die Pflanze am meisten befallen. Diese heften sich an die Unterseite der Blätter und ernähren sich, wie auch die ausgewachsenen Käfer, vom Kraut der Lilie. Daher ist es wichtig, diese zeitnah loszuwerden, bevor sie Schäden am Blattwerk anrichten.

Hierfür eignen sich besonders diese drei Methoden:

  1. Die Lilienhähnchen und ihre Larven mit einem Wasserstrahl entfernen.
  2. Mit einem Tuch die Blätter der Lilien sanft abstreichen.
  3. Einen Sud aus Birkenrinde und Salbei herstellen, der einen starken Duft hat und die Insekten somit vertreibt.

Diesen stellt man folgendermaßen her:

  • Drei Eichenzweige und 100 Gramm Salbei aufkochen und eine halbe Stunde köcheln lassen.
  • Den Sud abgießen und in ein Schraubglas füllen.
  • Je nach Bedarf in eine Sprühflasche geben und die Lilien damit behandeln. Der Sud hat eine Haltbarkeit von etwa drei Monaten.

Video: Lilien im Garten

Lilien richtig über den Winter bringen

Lilien können im Garten, aber auch im Haus überwintert werden.

  • Im Garten:
    Staunässe mögen Lilien überhaupt nicht. Deshalb sollte man sie vom Herbst bis in den Frühling nicht gießen, sondern ihnen ihre benötigte Ruhepause gönnen. Schützende Pflanzen oder Hölzer helfen der Lilie, den Winter gut zu überstehen. Damit die Zwiebel nicht fault, kann die Erde mit Rindenmulch bedeckt werden. Das hält Bodenfrost und Nässe fern.
  • Im Haus:
    Um Lilien im Haus zu überwintern, gräbt man die Blumenzwiebeln aus, trocknet sie gut ab und legt sie in eine Box oder einen Karton mit Holzwolle. Stiel- und Blattreste sollten entfernt werden, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Die Box kann im Keller oder an einem anderen kühlen und trockenen Ort gelagert werden. Wer Lilien im Topf züchtet, kann die verblühte und verwelkte Pflanze abschneiden, und die Blumenzwiebel im Topf lassen. Die Erde wird einfach nicht mehr gegossen und der Topf bis im Frühling zwischengelagert.
Lilien sehen majestätisch aus und duften meist ebenso herrlich. Ihr elegantes und romantisches Aussehen macht sie zu einer beliebten Blume für allerlei Anlässe. So findet sie Verwendung: auf Hochzeiten und in HochzeitssträußeLilien sehen majestätisch aus und duften meist ebenso herrlich. Ihr elegantes und romantisches Aussehen macht sie zu einer beliebten Blume für allerlei Anlässe. So findet sie Verwendung: auf Hochzeiten und in Hochzeitssträuße

Lilien sehen majestätisch aus und duften meist ebenso herrlich. Ihr elegantes und romantisches Aussehen macht sie zu einer beliebten Blume für allerlei Anlässe. So findet sie Verwendung: auf Hochzeiten und in Hochzeitssträuße. (#05)

Lilien als beliebte Blume für viele Anlässe

Lilien sehen majestätisch aus und duften meist ebenso herrlich. Ihr elegantes und romantisches Aussehen macht sie zu einer beliebten Blume für allerlei Anlässe.

So findet sie Verwendung:

  • auf Hochzeiten und in Hochzeitssträuße
  • als Geschenk für die Liebste
  • als Zierpflanze für die Wohnung und den Garten
  • als Heilpflanze gegen Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen, Verbrennungen, Hustenlöser und mehr.
  • als Raumduft (dank der Verbreitung eines sehr intensiv blumigen Duftes)
  • auf Beerdigungen
  • bei der Kommunion
Lilien ist eine Blume fuer die es viele Anlässe gibt.

Lilien ist eine Blume fuer die es viele Anlässe gibt. (#06)

Tipp für Handwerker

Aus Natursteinen oder Holzbrettern kann ein dekoratives Hochbeet gebaut werden, in dem die Lilien noch besser zur Geltung kommen und ihre Pracht zeigen können. Als Mittelpunkt des Gartens zieht das Lilienbeet so zahlreiche Blicke auf sich und sorgt für eine elegant-sommerliche Atmosphäre. Durch die Erhöhung wird zudem Staunässe vermieden, was der Lilie hilft, länger zu blühen und sich besonders schön zu entwickeln.

Wer einen Teich im Garten hat, kann die Sumpf-Schwertlilie entlang des Biotops pflanzen. Diese verträgt deutlich mehr Feuchtigkeit, als viele ihrer Artgenossen und verleiht dem Teich einen paradiesischen Charme. Schmetterlinge werden von den Sumpf-Schwertlilien angezogen und auch andere, nützliche Insekten, wie Bienen, fühlen sich in der Nähe der anmutigen Pflanze wohl.

Sumpf-Schwertlilien sehen beinahe aus wie Orchideen und sind in Gelb- und Violetttönen erhältlich. Kombiniert man beide, erzielt man einen besonders tollen Effekt, da diese beiden Farben Komplementärfarben sind. Also Farben, die besonders gut miteinander harmonisieren.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Dragonskydrive -#01: Karetnikava Lizaveta-#02: _kukuruxa-#03: _ Peter_ml -#04: daniilphotos -#05: Costin Constantinescu-#06: Deman

About Author

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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